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Benjamin Gundlach leistete den ADiA in einem Entwicklungshilfeprojekt in Kenia

An einem der sanften, grünen Hügel liegt das von der Kirche unterstützte Projekt, bei dem es sich um eine Berufsschule handelt, die sich in drei voneinander völlig unabhängige Abteilungen gliedert: Ausbildung, Produktion und Geschäftsbereich. (...)

Mein geplanter Arbeits- und Einsatzbereich waren die Gebiete "Water Spring Protection" und "Low-Cost-Housing Programme", beides Felder, die eine gewisse bautechnische Grundkenntnis voraussetzen. Das erste Gebiet befaßt sich mit dem Schutz von Wasserquellen, die ungeschützt oftmals durch Tiere und Menschen verschmutzt werden und sich somit zu Krankheitsquellen wandeln. In letzter Zeit kamen immer mehr Bewohner der ländlichen Gebiete um Kapsabet mit der Bitte um Unterstützung bei der Fassung dieser Quellen, so daß vom Projekt eine kleine Gruppe zusammengestellt werden sollte. Da es aber an Fundis und der notwendigen Fachkenntnis fehlte, belief sich die Arbeit zunächst auf Informationssammlung, dem Knüpfen von Kontakten und der Entwurf und Planung eines kostengünstigeren Fassungstypes. Nach Beginn der ersten Arbeitsphase wurden "Public Lectures" gehalten, in denen die "Rural Communities" über die Gefahren und Risiken ungefaßter Quellen aufgeklärt werden sollten. Wenn es zum Bau kam, übernahm ich auch die Organisation der Materialien und der Arbeit mit Einbeziehung der Auftraggeber, sowie die Begleitung am Bau der Quellenfassungen als "gleichgestellter Arbeiter". Kurz: Mein Aufgabenbereich befaßt sich in diesem Gebiet um die Anleitung des Projektes unter Aufsicht des Projekt-Managements.

Im Bereich des Low-Cost-Housing-Programmes wurde nach Wegen und Mittlen gesucht, mit denen der Hausbau in dem Gebiet der Nandi Hills kostengünstiger gestaltet werden konnte. Durch Einsatz billiger Baumaterialien und durch die Nutzung von Baustoffen, die vor Ort gefunden werden konnten, sowie durch einfache Konstruktionen konnten eine Reihe kostengünstiger Häuser errichtet werden. Meine Aufgabe sollte sich hier auf die Beratung der Interessierten belaufen, bei denen Konstuktionsmerkmale und der Einsatz der vom Projekt hergestellten Produkte besprochen wurden. (...)

Aber nach dem kenianischen Prinzip der Unbestimmtheit hat sich diese Eingrenzung nicht lange gehalten und mein Arbeitsbereich ist ... expandiert. So habe ich mich nicht nur mit dem bautechnischen Wasserquellenschutz befaßt, sondern mich in der ersten Zeit mit der Übersetzung eines Buches herumgequält, das sich mit dem Umwickeln von Lichtmaschinen beschäftigt, um diese als Generatoren für Wind- und Wasserkraft einsetzen zu können. Außerdem habe ich Plakate und Informationsmaterialien für das Small Business Centre des Projektes entworfen, mit dem "Produktionsmanagerassistenten" ein Umfragebogen entworfen, an diversen Sitzungen des Produktion Department Staffs teilgenommen, Vorträge in Schulen über "Environmental conversation issues und water spring protection" gehalten, einen Antrag für finanzielle Unterstützung des Projektes an United Nations Environment Programme verfaßt und mich mit "anderen Kleinigkeiten" beschäftigt. Darüber hinaus hatte ich das Glück, durch meine Arbeit und die erforderliche Zusammenarbeit mit der hiesigen Diözese die Field Officer der Regional Office bei ihren Fahrten in die Nandi Hills zur Projektbegleitung und für die Nachbereitung begleiten zu können und bin weit herumgekommen.
Dabei bin ich Gegenden vorgedrungen, die den Normal- und Alternativtouristen verschlossen bleiben, und in denen der Mzungu (Weißer) - zumindest für die Kinder - noch eine richtige Attraktion darstellt. (...)
Benjamin Gundlach

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