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Beginn des ADiA

Zivildienst in La Paz

Aller Anfang ist schwer

Nach einem 14tägigen Aufenthalt in einer Gastfamilie in Sao Paulo war mein Tag X: Ich landete in El Alto und mußte oben erst mal durchatmen. Die Luft ist dünn: La Paz ist mit knapp 4.000 m über dem Meeresspiegel die höchste Großstadt der Welt. Aus der Stiftung hat sich auch niemand blicken lassen. Gerade war unten in der Stadt ein Generalstreik. Am Telefon hieß es "Ja, ich konnte nicht zu Dir hochkommen, weil es am Plaza Perez Proteste gibt und schon zwei Busse brennen. Aber versuch halt mal, irgendwie runterzukommen." Alles klar! Dann bin ich mit einem Taxi ums Zentrum herumgekurvt und kam wohlbehalten in der Stiftung an.

Ich hatte dann erstmal einen ziemlich dicken Kopf von der Höhe, war alleine im Zivi-Wohnheim während die anderen arbeiteten und das kalte graue Wetter in der ersten Woche führte zu einem Stimmungstief.

Nach und nach lebte ich mich ein, lernte die anderen Voluntarios besser kennen, und nachdem ich anfing zu arbeiten, fühlte ich mich richtig wohl. Der Vorteil ist, daß die Voluntarios in eigenen Wohnhäusern (Comunidades) untergebracht sind. Dort wohnte ich eine Zeit lang zusammen mit anderen Freiwilligen aus Norwegen, Island, Spanien und Rußland, was das Leben und die Arbeit zusätzlich interessanter machte. Im Mädchenheim arbeitete ich als Nachhilfelehrer. Sonntags habe ich mit den Kindern Volley- und Basketball gespielt. Die fehlende Gewöhnung an die dünne Luft wurde durch Größenvorteile ausgeglichen. Gescheitert bin ich an dem Versuch, die Kinder dazu zu bringen, die Bücher immer wieder an die gleiche Stelle in der Bibliothek zurückzustellen.
Aber immerhin habe ich ihnen ein wenig in der Schule weiterhelfen können.

Später arbeitete ich zusätzlich im "Casa de Paso", einem Übernachtungsheim für Straßenkinder mitten im Prostituiertenviertel von La Paz. Abends und Nachts gab es besonders zu Beginn meiner Zeit oft Reibereien. Nach und nach wurde ich als Voluntario von den Straßenkindern akzeptiert. Wir haben abends für die Jungs und Mädchen gekocht. Haben ihnen ein wenig Englisch beigebracht, damit sie den Touristen mehr Geld fürs Schuheputzen abknöpfen können oder sind mit ihnen zum Schwimmbad gefahren. Nicht ganz uneigennützig - denn der Geruch im Heim war wirklich gewöhnungsbedürftig. Schön war, daß man auch von den Kindern viel lernen konnte: Vom Leben auf den Straßen von La Paz und der täglichen Herausforderung des harten Alltags.

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