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Tätigkeiten im Camphill
Erfahrungsmöglichkeiten im ADiA
Tagesablauf und Arbeitszeiten
Ich hatte mich um zwei Kinder in meinem "Dormitory" zu kümmern, wenn auch nicht die ganze Zeit. Angefangen habe ich mit nur einem Kind, ab den Herbstferien kam dann ein zweites mit dazu. Ab Ostern hatte ich dann nur noch das zweite zu betreuen. Das erste Kind war 17, auch wenn man ihm das nicht ansah, und war auf einer Seite teilweise gelähmt. Das andere war hyperaktiv, und damit das totale Gegenteil. Die anderen Kinder in unserem Haus waren fast genauso unterschiedlich.
Arbeitszeiten
Hier mal ein Tagesablauf von mir, aus der Zeit, wo ich zwei Kinder zu versorgen hatte:
06:55 Aufstehen.
07:15 Ein Kind wecken, waschen, Windeln wechseln, anziehen. Dazwischen: das andere wecken.
07:45 Morning circle: ein Spruch wird zusammen gesagt und "Guten Morgen" gewünscht. Danach Frühstück.
08:30 Einem Kind die Zähne putzen, das andere dazu überreden.
09:00 Kinder in die Schule, dann eine Stunde ausruhen.
10:00 Selbst in die Schule.
12:30 Kinder aus der Schule abholen.
13:00 Mittagessen.
14:00 Zähneputzen, Windelnwechseln, Mittagsschlaf für die Kids.
14:30 Schule.
16:00 Schule aus, Kinder versorgen, was mit ihnen unternehmen.
18:00 Eveningcircle, danach Abendbrot.
19:00 Erstes Kind ins Bett (Ausziehen, Waschen, Windeln).
20:00 Anderes Kind ins Bett bringen.
20:30 Fertig.
Außerdem hatte ich noch Aufgaben im Haus zu erledigen wie z.B. zusammen mit einem Kind Essen zu machen, zu putzen, waschen u.ä.. Samstagvormittags war Hausputz angesagt und sonntags Kirchgang.
Erfahrungen
Anfangs fiel mir das Leben hier nicht leicht, man wird ins kalte Wasser geworfen. Es gibt zwar einen Einführungskurs, aber der behandelt eher die Theorie. Der Rest ist "learning-by-doing" oder wird einem von anderen gezeigt, die schon etwas länger da sind. Da man die Kinder auch noch nicht kennt, tanzen sie einem teilweise auf dem Kopf herum. Am Anfang war ich den Tagesablauf noch nicht gewöhnt und lag abends todmüde im Bett. Dazu kommt noch die Umstellung, mit "solchen Menschen" zusammenzuleben. Am Anfang bilden Windelnwechseln, Sabberabwischen oder das Ertragen der Eßgewohnheiten einiger sicher Schwierigkeiten, die einen Schock bedeuten, zumindest taten sie das für mich.
Auch die Eigenheiten der Bewohner können einen ganz schon "überraschen": Ein Autist kann bei Streß ziemlich aggressiv werden, und die Kraft eines 14-jährigen Mädchens kann ganz schön erstaunen.
Die Erziehung ist ebenfalls etwas anders, als von hier gewohnt. Druck auszuüben ist nicht erlaubt, was einige Kinder schnell raushaben und dann ausnutzen. Wer hier nicht Ruhe ausstrahlt sondern in schwierigen Situationen die Kontrolle über sich verliert, hat schnell ganz verloren. Bei Ausrasten soll nur eingegriffen werden, wenn andere zu Schaden kommen könnten. Ansonsten heißt es "hinterher sauber machen".
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