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ADiA in der Türkei

Selbstorganisiertes Jahr im Ausland

Als Zivi in der Türkei

Die Geschichte meines Anderen Dienstes im Ausland beginnt lange Zeit vor dem Tag, an dem ich mich nach Istanbul aufmachte, um dort bei der Nesin-Stiftung mitzuarbeiten. Sie begann damit, daß ich auf der Liste des Bundesamtes für den Zivildienst nicht Passendes fand. Entweder schränkten die Träger ihren Bewerberkreis zu sehr ein oder sie waren mir zu christlich orientiert oder ähnliches. So entsann ich mich, im Buch Zivi Weltweit etwas über die Möglichkeit gelesen zu haben, ein eigenes Projekt mit Hilfe eines Trägers für den ADiA anmelden zu können.

Also schrieb ich Freunde in der Türkei an, wo ich bereits ein paar Jahre zuvor zu einem Schüleraustausch gewesen war. Zu ihnen hatte ich seitdem gute, freundschaftliche Kontakte gehalten. Die Türkei sagte mir zu, da Bekannte in meinem Umfeld aus diesem Land stammten. Diese lebten nun in der ersten, zweiten oder dritten Generation in der BRD, darunter Freunde, von deren kulturellem Hintergrund ich nur wenig wußte, genau wie viele andere Deutsche.
So war ich hocherfreut, als einer meiner Istanbuler Freunde mir von einer interessanten Einrichtung berichtete, mit der ich sofort Kontakt aufnahm. Es handelte sich dabei um eine Stiftung, ein 1972 von Aziz Nesin, einem bekannten türkischen Schriftsteller und Intellektuellen, gegründetes Kinderheim nahe Istanbul für Kinder und Jugendliche aus armen Familien. Die Kinder können bis zum Erreichen ihres Studien- oder Berufsabschlusses im Heim bleiben.

Ein besonderer Glücksfall war es, daß die Stiftung gleich zustimmte, zum ADiA in der BRD angemeldet zu werden, und ihr Förderverein in Deutschland gleichfalls Interesse hatte, sich zu beteiligen. So entfiel die Suche nach einem Verein, der das Projekt akzeptieren und anmelden würde. Stattdessen galt es nun, erst den Förderverein als Träger für den Anderen Dienst im Ausland und danach die Stiftung als Projekt anzumelden. Nachdem diese – zwar aufwendige – doch in diesem Fall lediglich bürokratische Hürde genommen war, und ich der Stiftung schon einmal einen Besuch abgestattet hatte, konnte es für mich also endlich losgehen.

Dabei waren noch andere Vorbereitungen zu treffen. Vor allem nennen möchte ich hier ein Seminar bei den Freiwilligen Internationalen Diensten (fid) in der Arbeitsgemeinschaft Entwicklungshilfe (ageh) in Köln, wovon ich sehr profitierte hatte. Außerdem war die Versicherung abzuschließen und andere Vorkehrungen zu treffen, alles Dinge, von denen wir beim Förderverein der Nesin-Stiftung zu jener Zeit noch keine Erfahrung hatten.

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