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Quer durchs Land im ADiA
Nach dem Freiwilligendienst im Ausland
Fazit eines Jahres
Ich hatte das große Glück, daß just in dem Sommer, in dem ich dort war, alle aus der Nesin-Stiftung gemeinsam zu einer Urlaubsfahrt aufgebrochen sind. Mit dem Bus der Stiftung sind wir von Westen bis Osten am Schwarzen Meer entlanggefahren, haben alle paar Tage den Lagerplatz gewechselt und die Zelte an einer anderen Stelle aufgeschlagen. Das war eine Art selbstorganisiertes Jugendcamp mit Kindern und Jugendlichen aller Altersstufen, koordiniert von den Älteren, doch auf die Beine gestellt von allen gemeinsam. Klar war es auch eine äußerst anstrengende Zeit, die weniger erholsam als aufreibend war, doch bescherte sie uns allen großartige Erlebnisse in den Bergen, am Lagerfeuer, am Meer und an historischen Stätten.
Natürlich hatte ich während meiner Zeit in der Türkei schon mal Durchhänger und Zeiten, wo es mir weniger gut ging. Doch diese halten sich im Rückblick in Grenzen, und ich habe es damals in den entsprechenden Situationen immer irgendwie verstanden, mich auf andere Gedanken zu bringen und die Anspannung zu lösen. Wenn es mir zu viel wurde, dann dadurch, daß ich mich für ein paar Tage aus der Stiftung entfernte, und wenn ich mich allein fühlte, dann dadurch, daß ich mich mit anderen zusammensetzte.
Seit meiner Rückkehr versuche ich ein oder zweimal im Jahr wieder in die Türkei und in die Nesin-Stiftung zu fahren, um an diese Begegnungen und Beziehungen anzuknüpfen, und um sie zu erweitern und zu vertiefen. Ferner bin ich seit meiner Rückkehr im Förderverein aktiv und organisiere dort den ADiA mit Vorbereitung und Begleitung. Dadurch kann ich zum einen meine Erfahrungen und mein Wissen weitergeben und zum anderen die Nesin-Stiftung auch weiter unterstützen.
Ich bin sehr froh darüber, diese Zeit in der Nesin-Stiftung verbracht und dort mitgearbeitet zu haben. Nicht zuletzt im Rahmen meiner Berufsausbildung kann ich die Erfahrungen dort und die neuen Sprachkenntnisse äußerst gut einbringen.
Mir scheint, das deutsche Bildungssystem führt durch den ihm innewohnenden Rassismus dazu, daß türkischstämmige Mitbürger in Deutschland schlechtere Chancen haben. Diese Erkenntnis hat sich im Rahmen meines ADiA und der dadurch erweiterten Perspektive verfestigt.
Doch gerade um dagegen vorzugehen, ist ein erster Schritt getan, wenn mehr gegenseitiges Verständnis geschaffen wird – und dazu trägt ein Zivildienst im Ausland bei.
Moritz Schelkes
Berlin
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