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Arbeiten in Kanada

Unterkunft und Verhältnis zu Kollegen

Heimweh und Höhen und Tiefen

Im Voraus hatte die Schule mit mir vereinbart, jeden Monat die Gastfamilie zu wechseln, um die Last eines Gastes auf möglichst viele Schultern zu verteilen. Schließlich beherbergten mich einige Familien aber dann doch länger, sodass ich nur in acht verschiedenen Haushalten wohnte. Zu Anfang waren die rasch aufeinander folgenden Umzüge für mich noch etwas gewöhnungsbedürftig, da ich mich oft gerade erst richtig eingelebt hatte. Aber nach den ersten drei Umzügen machte es mir Spaß, oft umzuziehen. Einblicke in viele unterschiedliche Familien zu gewinnen und eine Vielzahl von Menschen und Orten kennenzulernen bereicherte mein Leben ungemein und war richtig spannend. Einen Monat wohnte ich in einem sogenannten Camphill. Dabei handelt es sich um Dörfer, in denen Menschen mit körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen zusammen mit den Familien ihrer Betreuer wohnen und in Bereichen wie Landwirtschaft, Bäckerei, Weberei, etc. Beschäftigung finden. Zu lernen mich schnell in neue Lebensverhältnisse einzugewöhnen und mich auf neue Leute in meinem unmittelbaren Umfeld einzustellen, war für meinen weiteren Werdegang sehr wichtig.

Während des einjährigen Aufenthaltes gab es natürlich auch Tiefs. Das halte ich für unvermeidbar. Gleich zu Beginn z.B. hatte ich Heimweh, weil ich zum ersten Mal für mehr als einen Monat allein von zu Hause weg war. Außerdem gab es Phasen, in denen ich unmotiviert war. Aber da ich mich im Vornherein auf solche Tiefs eingestellt hatte, gelang es mir immer recht schnell, meine positive Grundhaltung zurückzugewinnen.

Obwohl ich stets auf ein freundliches, harmonisches Arbeitsklima bedacht war, kam es zu einigen wenigen Konflikte zwischen der Lehrerschaft und mir. Diese ließen sich aber alle konstruktiv durch Kompromissbereitschaft beider Seiten beilegen und verhalfen mir zu nützlichen Erfahrungen im Verhandeln und bei Konfliktlösungen.

Bericht v. Nicolai v. Hoyingen-Huene

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